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Twitter-Typen im Kulturbereich

16. March 2010 von Hagen Kohn · 3 Kommentare · Kultur und Medien

twitter

PR-Blogger Klaus Eck hat gestern in einem lesenswerten Post auf eine interessante Studie verwiesen, deren Ziel es war, unterschiedliche Twitter-Typen zu identifizieren. Die meisten Follower haben im Schnitt die kommerziellen Twitterati, sowohl die “Promoter” (einseitige, werbliche Kommunikation), als auch die “Credible Companies” (auch nicht-werbliche Aussagen zu einem Thema).

Wie aber sieht es bei den Kultureinrichtungen aus? Auch hier überwiegen die Promoter (”noch Restkarten für heute Abend erhältlich!”), nur wenige suchen darüber hinaus eine echte Kommunikation mit dem Publikum. Dies hat aus meiner Sicht mit mangelder Zeit und/oder mangelndem Interesse zu tun: Wer nicht intensiv die Kommunikation anderer (relevanter) Twitterati verfolgt, entwickelt auch kein Gespür für das Medium, geschweige denn einen eigenen Kommunikationsstil.

Erfreuliche Ausnahmen bilden die Real Timer und Credible Companies, die über ihren Tellerrand hinaus twittern und über den Aufbau eines thematischen Umfeldes in Dialog mit ihrem Publikum treten. Dies sind für mich mit Abstand der interessantesten und – soweit ich dies überschaue – erfolgreichsten Gruppen. Ein leuchtendes Beispiel ist für mich das Städel Museum.

Meine Empfehlung für Einsteiger: Erstmal die Rolle des Repeaters einnehmen. Lesen, weiterempfehlen, kommentieren und auf diese Weise eine interessierte Follower-Schar aufbauen. Wer gleich und ausschließlich mit werblichen Tweets beginnt, gießt alten (Marketing-)Wein in neue Schläuche und wird wenig Aufmerksamkeit erregen.

Interessant ist nicht nur die Frage, wie kummuniziert wird, sondern wer überhaupt aktiv twittert. Das sind nach Angaben des Medienforschungsunternehmens Result lediglich 21%, der Rest beschränkt sich laut Klaus Eck aufs Konsumieren, nutzt Twitter also mehr als News- und Empfehlungs-Feed. Meine Vermutung ist, dass die Mehrheit der passiven 79% einfach die Lust verloren hat, d.h. deren Accounts brach liegen. Was wiederum die wachsende Zahl der Accounts in einem anderen Licht erscheinen lässt. Möglicherweise ist die Zahl der “Aussteiger” ebenso hoch wie die der Neueinsteiger. Ihren Account löschen werden vermutlich die wenigsten. Lebt Twitter also nur vom kurzlebigen Interesse der Neueinsteiger?

Empirisch fundierte Erkenntnisse erarbeitet derzeit Ulrike Schmid im Rahmen einer Studie über die Social Media Aktivitäten von Museen und Orchestern.

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3 Kommentare bis jetzt↓

  • uberVU - social comments

    Social comments and analytics for this post…

    This post was mentioned on Twitter by HagenKohn: Twitter-Typen im Kulturbereich: http://bit.ly/9Kmi6Z #twitter #kultur @klauseck…

  • Ulrike Schmid

    Dem Thema Twitter werde ich mich ja demnächst annehmen.

    Je länger ich mich mit dem Thema beschäftige und je mehr Interviews ich mit Verantworltichen führe, desto problematischer finde ich es von außen zu beurteilen, inwieweit zugehört wird. Das alleinige Zurückverfolgen seitens einer Kultureinrichtung bedeutet noch lange nicht, dass auch zugehört wird. Interessanter ist doch zu schauen, ob eine Kultureinrichtung von sich aus mal reagiert und sich in die Diskussion einbringt. Andersrum gibt es auch Institutionen, die zwar nicht zurückverfolgen (weil Twitter für sie nur ein News-Feed ist) aber immer antworten, wenn sie gefragt werden. Das finde ich völlig ok.

    Ich mache gerade die interessante Erfahrung, wie unterschiedlich die Kultureinrichtungen damit umgehen, wenn ich Fragen an sie richte/Interviewwünsche äußere bzw. ich sie meinen Artikel erwähnen – das wäre ein eigenes Blogpost wert. :-)

  • Hagen Kohn

    Da machen wir wohl gerade dieselben Erfahrungen. Christian Henner-Fehr und ich planen eine Reihe über die Motivation und die Erfahrungen von Kultur-Bloggern. Gerade bei den Institutionen ist man teilweise überrascht, wie wenig Interesse an einem echten Austausch besteht…

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