Über die Zusammenhänge von Musik, musikalischer Bildung, Intelligenz und Lebensqualität wird vielerortens geforscht. Anfang des Jahres wurde nun von der LMU München eine Studie veröffentlicht, die von den Hofer Symphonikern initiiert worden war.
Das Hofer Modell
Die Hofer Symphoniker sind das einzige deutsche Symphonieorchester, dem seit 30 Jahren eine Musikschule und eine Suzuki-Akademie angeschlossen ist. Musikschüler werden hier also von professionellen Musikern ausgebildet und betreut. Die Suzuki-Methode ist eine Form des frühinstrumentalen Unterrichts, die genau auf das Lernverhalten von Kindern abgestimmt ist. Der Violinist Dr. Shin’ichi Suzuki entwickelte sie Mitte des 20. Jahrhunderts nach Beobachtungen, wie Kleinkinder ihre Muttersprache lernen – wichtig ist der frühe Lernbeginn (in Hof ab 3 Jahren).
Ein anderer Ton
Das Team um Hirnforscher Professor Dr. Ernst Pöppel und Musikwissenschaftler Prof. Dr. Dr. Lorenz Welker kam an der LMU München u.a. zu folgendem Ergebnis:
“Aus den Ergebnissen der Studie liess sich auch schlussfolgern, dass durch langjährigen Musikunterricht psychosoziale Fähigkeiten und Kompetenzen gefördert werden können, die zu Recht als Grundlage für das Knüpfen echter, tiefgehender und dauerhafter Beziehungen, für eine konsequente und zielstrebige weitere Ausbildung und für selbstsicheres Verhalten im späteren Leben angesehen werden. So zeigten die Musikschüler eine verbesserte Aufmerksamkeit und Konzentration über einen längeren Zeitraum, sind besser in der Lage, Emotionen differenzierter wahrzunehmen und zu erleben.” (HZW Seite)
Die Studie, “Ein anderer Ton” gibt es auf den Seiten des Humanwissenschaftlichen Instituts zum Download.
Mehr Musikunterricht!
Eine auf der Hand liegende Forderung ergibt sich daraus: die stärkere Förderung des Musikunterrichts. In Hof will man daher als nächstes ein Zukunftsszenario von Experten entwickeln lassen, in das die neuen Erkenntnisse einfließen werden – es bleibt also spannend.
Weiterführende Links
Nadia Zaboura hat über dieses Thema auch auf Brainlogs geschrieben; sie wertet eine aktuelle amerikanische Studie aus, die zum Ergebnis kommt, dass sich musikalische Menschen leichter auf die Emotionen ihrer Kommunikationspartner ein’schwingen’ sozusagen – es fällt ihnen leichter die emotionale Gefühlslage aus der Stimme des Gegenübers rauszufiltern.
Auch die Welt hat zu beiden Studien geschrieben, hier findet sich auch hübsches Bildmaterial.
Noch keine verwandten Beiträge.















Keine Kommentare bis jetzt↓
Es gibt bis jetzt noch keine Kommentare. Sei der Erste, trau dich!